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Domino Workplace 2.0

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Thomas Schulte:
Um Semeaphoros Ansicht etwas zu verdeutlichen, es ist "aufgewärmter" (Sem muss das nicht eigentlich heißen tiefgekühlter) Schnee von vorvorgestern.

Deise Strategie hat IBM, schon einmal gefahren. Ungefähr vor sechs Jahren, damals hieß es auch, wir machen Branchenlösungen die diekonkurrenz aus dem Markt fegen. Dummerweise ist die Konkurrenz immer noch da.
IBM kann umstrukturieren solange sie wollen. Um wirklich gute, auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene, vertikale Produkte zu erstellen sind sie ganz einfach zu weit weg vom Markt. Und, sie können den Aufwand der für die Pflege entsteht nicht handeln. Oder glaubt ernsthaft jemand, das Firmen KeyApplications komplett von der Stange einsetzen werden, solange es sich nicht gerade um Fibu Systeme handelt? Außerdem soll mir niemand mit "voll konfigurierbar" kommen da krieg ich dann nämlich einen Schreikrampf.

Thomas

Semeaphoros:
Ja, Thomas, Du hast recht, sowohl was den Tiefkühler (oh, zum Glück sind wir hier OffTopic :-) anbelangt wie den Rest, wobei ich noch nicht einmal an den Ansatz von vor 6 Jahren gedacht habe (aber da hast Du auch recht) sondern ich war noch viel weiter zurück in Zeiten, in denen der PC für IBM noch ein Spielzeug war, sprich der Ansatz kommt offenbar periodisch wieder hoch. Ansonsten kann ich mich Deiner Meinung nur anschliessen, inklusive Schreikrampf

Axel_Janssen:
Definitiv eine alte Sau, die durchs Dorf gejagt wird.
Schon in den 80ern und evtl. bereits 70ern wurden Vertriebs Beauftragte und auch technisches Personal branchenmässig angesetzt. IBM hat sich immer als Unternehmen verstanden, dass neben der reinen technischen Kompetenz starken Wert auf Beraterkompetenz legte (im Gegensatz etwa zur reinen Technologie-Firma SUN).

Und so Sprüche wie "Softwaremarkt ist gesättigt". Ja mei. Natürlich befinden wir uns auf der dunklen Seite des Schweinezyklus. Und zwar ungefähr seit Frühjahr 2001. Trotzdem bin ich nun wieder ein wenig optimistischer, weil es wirklich vernünftige Ansätze gibt, in neue Bereiche vorzudringen. Die Welt wird lernen, e-commerce/ crm/ knowledge management/ mobile devices effizienter, billiger und v.a. stabiler einzusetzen. Die Wirtschaft lässt nämlich in the long run keine Möglichkeit aus, die Effizienz der Fertigung von Produkten & Dienstleistungen zu steigern. Nur ist das eben alles ein bischen komplizierter als sich das einige Leute vorgestellt haben.

Mit dem "Schnee von gestern" stimme ich nicht überein. Also wenn ich mich über diese wandelnden Business-Meldungen ernsthaft Gedanken machen würde, wäre ich längst wahnsinnig geworden. Da bekommt man IMNSHO nämlich nie irgendeine Tiefe in die ganze Geschichte. Ich mache jetzt 3 Zertifizierungen von denen sich 2 stark um EJB drehen. Und ich glaube momentan nicht, dass ich in absehbarer Zukunft, wirklich professionell EJBs entwickeln werde. Was man da aber über Transaktionen, verteilten Systemen, data driven design, konkurrierende Zugriffe auf Datenbanken, asynchrone Programmstrukturen mittels  Messaging mitbekommt ist schon eine Menge und kann auch anderweitig verwendet werden.

IBM wird selbstverständlich auch von der von ihr selbst gefütterten openSource Sau bedrängt. Ich sehe hier definitiv eine Chance für Leute wie mich, obwohl ich wirklich zu kämpfen habe. Ich meine hier komponentenmässige OpenSource. Und sagt mir nicht das gibts nicht. IMG verdient Geld damit.  

In den USA und in London ist seit 4 Monaten ein deutlicher Trend hin zu einer gewissen Entspannung auf dem Arbeitsmarkt für Softwareexperten zu verzeichnen. Unter Softwareexperten verstehe ich nicht Leute, die irgendwo in einer dunklen Kammer hocken und ihre Api gut kennen, sondern Leute, die planungs- und kommunikationsmässig in der Lage sind Lösungen für konkrete Business-Probleme anzubieten.
Diese Trennung zwischen Vertriebspersönlichkeiten (was_ein_wort), Projektmanagern und codern war sowieso nicht von dieser Welt und im Kern purer Rassismus/Faschismus (ich habe seit 2001 Projekt-Manager-Status).

Ich würde momentan keinen raten, in diese Branche zu gehen. Aber für die die drin sind, gibt es Möglichkeiten und (tusch. ich sage das zum erstenmal seit 2002 --> vielleicht sieht es 2005 ganz anders aus).

Da steht auch mit keinem Wort, dass Domino-Workspace nicht auf Eclipse beruhen wird. Nur ist das eben nur ein Aspekt. Ich denke, die Zeiten, wo ein "geniales" Produkt so in den Markt aufsteigen konnte wie Domino in den 90ern sind definitiv vorbei. Das hat gerade auch Websphere gezeigt. Dafür ist die Zeit einfach zu schnell geworden.

Gruß Axel

Axel_Janssen:

--- Zitat von: Rob Green am 05.12.03 - 23:03:11 ---ich denke kaum, daß das Schnee von gestern ist, wenn ein Mills den Mund aufmacht und die Richtung angibt.

--- Ende Zitat ---

Robert, ein Mills schreit seine Richtung in eine riesige Maschinerie namens IBM, die von Hause aus sowieso nicht so schnell reagieren kann.

Ausserdem würde ich aus oben genannten Gründen (alte Sau durchs Dorf) das eher so bewerten, dass dies keine Aktion ist, sondern eher eine Reaktion auf an der Ertragskraft von IBM zweifelnde Aktionäre.

Lasst euch also nicht vom bösen Onkel Robert verunsichern.  ;D

Semeaphoros:
Axel, Du vermengst technische Aspekte und Marketing-Aspekte, obwohl Du eigentlich ganz genau beschreibst, was passiert. Es ist richtig, dass diese Trennung für uns kleine Fische ein falscher Aspekt ist. Für die träge IBM--Maschinerie sind das aber zwei völlig getrennte und unabhängige Schienen und daher durchaus relevant. Was ein Mills in die Maschinerie hinein und auch aus der Maschinerie heraus ruft, muss nicht unbedingt sich im technischen Hintergrund wiederfinden. Nachdem wir alle 2 bis 3 Jahre einen Strategiewechsel und alle 6 bis 7 Jahre einen Paradigmenwechsel bei IBM feststellen können, ist dies die ganze Geschichte wirklich noch nicht sehr ernst zu nehmen. Es stellt sich dann die Frage, wie sich das in der Praxis umsetzt, auf die Produkte selbst kann das ja nicht sofort Folgen haben, wir haben also Zeit, uns an eine neue (oder alte?) IBM zu gewöhnen.

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