Domino 9 und frühere Versionen > Entwicklung
OOP in Lotus Notes mit Lotus Script
Teletambi:
Hallo Forum,
Lotus Script unterstützt auch die objektorientierte Programmierung.
Inwiefern setzt ihr dieses "Feature" bzw. diese Programmiermethodik in Lotus Notes ein ?
Teletambi
ata:
Hallo,
ich setzte OOP dann ein, wenn ich starre Zusammenhänge habe. Zum Beispiel handle ich eine EXCEL-Auswertung mit OOP. Daten von Notes nach EXCEL schieben, bzw. von EXCEL holen, Formatierungen sind immer gleichbleibende Abläufe. Änderungen in OOP müssen in allen betroffenen Designelementen neu kompiliert werden. Daher eigenen sie sich meiner Meinung nach dann, wenn man komplexe Zusammenhänge automatisieren möchte. Dabei eben darauf achten die nötige Dynamik einzubauen...
ata
Teletambi:
Hallo Ata,
gibt es da nicht ein Tool, welches alle Designelemente neukompiliert ?
Gruß
Teletambi
Semeaphoros:
Das Tool heisst ND6, der 6er Designer hat da im Menu ein entsprechendes Werkzeug
Axel Janssen temp:
Mein Eindruck ist, dass OOP wegen besserer Kapsellung der Daten und des Verhaltens (=Unterroutinen/Funktionen) dann besonders geeignet ist, wenn ein bestimmtes aus feature-Sicht zusammenhängendes Codegebilde aus mehreren Events angesprochen wird.
Beispiele:
- locken von Dokumenten (wenn user A dokument a zum editieren geöffnet hat, darf kein anderer das Dokument zum editieren öffnen).
- prüfen, ob ein Dokument b.e.s.t.i.m.m.t.e Felder geändert hat.
- Synchronisierung mit RDBMS
Wenn der code für ein bestimmtes Feature in einer Klasse ist, statt über mehrere Funktionen verstreut, ist dies übersichtlicher und erleichtert das Ändern, die Fehlersuche sowie die Wiederverwendung (Wichtigkeit IMNSHO in dieser Reihenfolge).
OO-Kapsellung ist ganz gut zu nutzen und wird wohl zu wenig eingesetzt.
Nicht so gut implementiert ist find ich Polymorphismus.
Es gibt keine Mehrfachvererbung (und auch nicht so Mehrfachvererbungs-Surrogate wie Java-Interfaces).
Auch wird die Perspektive auf ein Notes-System immer nur "halb objektorientiert" sein (vermutlich z.B. auf ein Javaprogramm nie ganz objekt-orientiert).
Mit halb-objektorientiert meine ich, dass mir keine wirklich ernstzunehmenden Ansätze eines halbwegs konsequenten OO-Analyse/OO-Design Prozesses für Lotus Notes bekannt sind.
Außerdem gibt es keine Design Patterns, d.h. Sammlungen von verallgemeinerten best practises, die in stärker OO-mässig eingefärbten Sprachen/Frameworks ein wichtiger Bestandteil sind.
OO ist ein vielschichtiger, komplexer, sich natürlich evolutionierender Begriff. Das geht wesentlich weiter als "feature" oder Programmiermethodik (dies sind lediglich Einzelaspekte).
Swami VielRauch
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