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Business und Seelsorge
Rob Green:
Axel hat es mE schon ganz richtig angesprochen. Auch wenn man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen sollte (Notes und Java), so schätze ich mal, daß Java durch die mit Abstand wesentlich größere Maße an Anbietern wie auch Developern eine immense Flexibilität hinsichtlich der Einsatzgebiete wie auch Enwticklungsmethoden (u.a. Rapid Development) bietet. Als Domino. Domino war lange Zeit als das umfassendste Groupware Tool mit allen möglichen Einsatzgebieten, hoher Flexibilität und schnellen Entwicklungszeiten angepriesen worden. Diese Felder bzw. Eigenschaften werden durch die gesamte Javalandschaft mittlerweile ebenso gut wenn nicht gar besser besetzt. Hat es nicht Steve Ballmer auf seine verrückte Art betont? "Developers, Developers, Developers" ... je mehr sich mit einer Umgebung beschäftigen, umso mehr Möglichkeiten entstehen. Der Fortschritt wird in allen Belangen viel stärker sein, als es zB IBM jemals mit Domino noch stemmen könnte, egal welcher Rx noch erscheinen wird.
Insofern kann es nicht die Frage sein, was besser ist. Klar ist wohl allen, daß auf Dauer die Zukunft in jeglicher Hinsicht - für Freelancer, wie auch Angestellte - statt auf Domino in Java liegt (nebst anderen Trends und Tools). Gulp zeigt es für die Freelancer, wie auch viele Kundengespräche, die ich in letzter Zeit geführt habe. Ich betone, daß ich damit nicht den Untergang von Domino beschwöre. Es ist eben nur cleverer, sich auf jeden Fall in eine zusätzliche Richtung zu Notes zu bewegen, statt nur auf dieses Pferd zu setzen. IBM bietet finde ich genügend Möglichkeiten an, weitere Wege zu beschreiten, wenn man schon IBM treu bleiben möchte.
Domino unter R6 und das kommende R7 hat verdammt geile Features, wenn man das Letztere betrachtet. Für kleinere und mittlere taktische Anwendungen bleibt dieses Legosystem ungeschlagen. Strategische Anwendungen würde ich auf hauptsächlicher Domino Basis ums Verrecken nicht entwickeln wollen (nur als Zusatzanwendung einfliessen lassen). Dafür war es auch nie ausgelegt worden. Klar gibt es Domino Firmen die komplette Lager/Buchhaltungssysteme auf Notesbasis entwickelt haben. Nur, wie groß ist der komerzielle Erfolg der "großen" Anwendungen? Man kann natürlich mit mittleren Anwendungen wie Informationsportalen ein Heidengeld verdienen, doch ich bezweifle, daß sich heutige Firmen angesichts verdammt starker Alternativen auf Domino einlassen würden. Dafür haben mittlerweile Siemens wie auch SAP als deutsche Player gutes Marketing gemacht, ihre Informationsportale zu vertickern. Dagegen kann Domino nicht an. Wo bleibt also der ROI? Wie gesagt: beschränkt auf kleinere und mittlere Anwendungen von nicht unternehmenskritischer Natur (abgesehen vom Mailing natürlich). Und dieses Anwendungsfeld wird immer kleiner. Ich glaube zB nicht, daß sich heute eine Schweizer Bank nochmals darauf einlassen würde, ein Darlehensprogramm Frontend auf Notesbasis mit 400 Feldern in einer Maske zu schreiben. Damals vor 5 Jahren gab es nicht so viele Alternativen. Heute allemal.
Ich würde ja gerne aus dem Ärmel schütteln wollen, wo Notes "besser" als andere Umgebungen einsetzbar ist. Java fürs Große ist da schon mE weg, mittlere Anwendungen gibt es Open Source Lösungen auf PHP/MySQL Basis en masse, auf dem Mailing Sektor kommen immer stärkere Open Source Lösungen, selbst auf dem Groupware Bereich tut sich was. Also nur noch die Kleinen?
Eigentlich wollte ich ja etwas pro Notes ROI etwas sagen, aber je länger ich darüber rede, umso schwerer fällt es mir. Das Argument von damals "daß man schnell alles erschlagen kann" mit Notes zieht einfach angesichts der Alternativen nicht. Wozu ein Tool wie Notes nutzen, daß vieles beinhaltet, wenn ich doch nur 10% der Features wirklich benötige und die restlichen 90% durch andere Lösungen reinhole? Und sogar Firmen daran arbeiten, heterogene Lösungen nicht abzuschaffen, sondern im Gegenteil über Webservices miteinander zu koppeln. Wo passt da Notes rein? Ein Tool für alles in einem? Dazu der nukleare IT Winter und die Sch... ist perfekt.
Hm .. Mensch ... habe genau das Gegenteil erreicht: Notes schlecht zu machen, statt gut. Wo steht also Notes, wo ist der ROI? Wofür nehmen? Wann?
koehlerbv:
Oh, Rob ... Wir sind doch schon wieder bei den Äpfeln und den Birnen ...
Glombi:
Notes vs. Java
Notes vs. PHP
Notes vs. SQL
Notes vs. MS Exchange
Notes vs. SAP
Notes vs. WebSphere
Notes vs. OpenSource
Die Vergleiche sprechen für sich. Und ich gebe Bernhard völlig recht. Keines der "Gegner" kann alleine für sich alles, was Notes kann. Es gibt aber einige, die was bestimmte Dinger besser können als Notes.
Wenn ich zu meinem kleinen Mittelständler gehe und im mit Domino Express eine komplette Infrasktruktur aufbaue - Mail, Web-Server, eben mal ein paar kleine Anwendungen (zur Not macht der Praktikant mal die Liefer- und Kunden-DB ;-) dann kommen wir wahrscheinlich schnell zum ROI. Habe jetzt keine Lust das auszurechnen.
Andreas
pd:
Ist auch ein intressanter Aspekt, mit dem Kunden.
Was kann man einem normalen Kunden zumuten, wohl nicht dass er einen ständigen Berater um sich rum hat, wohl er dass mal einer kommt, das ganze einrichtet, und danach quasi einmal im Jahr um ein Update einzuspielen.
Dieser Kunde freut sich wohl eher über ein standardisiertes Produkt wie Notes, zu dem es einiges an Lektüre gibt. Die Vielfalt im Bereich Javabasierte Applikationen geboten wird könnte ihn wohl mit Angst erfüllen.
Ich denke, die "Art des Kunden" spielt auch ne Rolle bei der Überlegung Notes/javabasierte Applikation.
Gruß, Patrick
Glombi:
Das hängt in der Tat vom Kunden an. Große deutsche Banken bspw. sind (besser waren mal) sehr experimentierfreudig und haben alles eingesetzt, was am Markt war. Jetzt gib es Projekte, das alles zu konsolidieren und/oder outzusourcen.
Die Mittelständler sind da eher konservativ ausgerichtet. Umso mehr ist das Express Angebot von IBM für diesen Kundenkreis wichtig.
IBM hat im übrigen die Zeichen der Zeit erkannt (Java) und fährt jetzt eine entsprechende Strategie. Im Dunstkreis der Vermarktung derselben kommt es aber leider immer wieder zu Irrititationen - sowohl auf seiten der Kunden und als auf bei den Business Partnern. So sind dann auch Aussagen wie "Lotus Notes gibt es 2004 nicht mehr" (war hier im Forum) zu bewerten. Wahrscheinlich gibt es "Lotus Notes" bald nicht mehr - das betrifft aber nur den Namen. Es heisst dann eben Lotus Workplace und es ist eigentlich auch nicht nur noch das, was wir als Notes kennen. Die Produkte WebSphere, Notes/Domino und die anderen Brands verschmelzen immer mehr oder besser: die arbeiten immer mehr zusammen. In diesem Zusammenhang habe ich es mit Freude vernommen, dass die Iris Leute das alles machen.
Andreas
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