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outsourcing Debatte: sehr guter Artikel

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Axel Janssen temp:

--- Zitat von: Rob Green am 07.10.03 - 17:08:43 ---kann nur so sein, sonst kann man sich diese aufgekommene Diskussion nicht anders erklären (weißgarnicht, wieviele Beiträge von verängstigten Developern ich schon gelesen habe aus den USA, mann mann, jammer jammer)

--- Ende Zitat ---

1. habe ich einfach Probleme diese -in meiner bescheidenen Meinung - Überheblichkeit gegenüber Amerikanern nachzuvollziehen. Die haben wenigstens Wirtschaftswachstum.
2. handelt es sich oft um Leute, die eine Menge Schulden an den Hacken haben (Uni-Gebühren).
3. klingen hier in den Job-Diskussionen auch einige verstört.
4. ist outsourcing ein Thema.
- glaube fest daran, dass neue Kommunikationstechnologien outsourcen von Arbeit va. im Dienstleistungssektor erleichtert
- bin für den Angleich von reicheren und ärmeren Ländern auch wenn ich dafür ein paar Wohlstandsverluste in Kauf nehmen muss.
- bin gegen Panik
- glaube dass dies alles eine Auswirkungen auf mein Leben haben wird.  

koehlerbv:
Jetzt muss ich aber auch mal meinen Senf zu dieser Debatte dazu geben:
Letztens sagte eine politischer Kabaretist: "Selbst der Kanzler warnt doch schon vor diesem oberflächlichen Anti-Amerikanismus ! Was heißt hier eigentlich 'oberflächlich' ?" (Volker Pispers)

Was bringen die Amerikaner (als Staatsvolk, nicht als einzelne Individuen oder Firmen oder andere separate Organisationen) auf die Reihe ?
Durch geschickte Politik (ob man die anerkennen muß, halte ich für fraglich), haben sie sich insbesondere in WK 1 und WK2 (die sie nun wirklich nicht angezettelt haben, aber halt eben ausgenutzt ...) und den Jahren danach in eine weltbeherrschende Rolle lavieren können. Spätestens nach WK2 ging nix mehr ohne die U.S.A., und das weltweit. Fehler anderer Nationen und Staatenbündnisse haben dazu massiv beigetragen.
Der Kern ist sicherlich dieser (beeindruckend) pragmatisch erreichte Machtgewinn - und der Blick anderer Staaten und Staatenbündnisse auf die U.S.A. "wie das Karnickel auf die Schlange". Und genau da steckt so gut wie nix dahinter. Ein paar Beispiele (und daraus folgt dann auch gleich, wo man eigentlich seinen Blick hinwenden oder investieren sollte):
- Deutschland gerät in die Krise über 30 oder 40 Mrd. EUR Neuverschuldung - die U.S.A. machen 1 bis  2 Mrd. Dollar pro Tag (wo kriegen die das eigentlich her ?!!!)
- U.S.-Firmen verbrennen mehr Geld als Firmen in allen anderen Ländern zusammen - und das Geld wurde aus anderen Ländern investiert (wieder "Karnickel und Schlange")
- Die U.S.A. verbraten mehr Geld in ihre Armee als alle anderen Ländern der Welt zusammen. Seit WK2 haben sie aber keinen Krieg wirklich gewonnen (freundlich ausgedrückt). Da die U.S.A. sich diese machtmachenden Abenteuer niemals selbst bezahlen können - wer hat es dann wirklich bezahlt ?
- Die Masse der U.S.-Bürger hält ihr Land (in diesem Fall wohl eher immer auch die herrschende Administration) für "gods own country". Sowas endete bisher IMMER böse !
- Eigentlich schon fast "am Rande bemerkt": Gerade heute wählen die Kalifornier einen neuen "Governator". Äh bäh!
- In Schwarzafrika werden mal fix 1,5 Millionen Leute abgemurkst - das interessiert U.S.-amerikanische Staatsvolk nicht die Bohne. Knapp zweihundert G.I.s, die seit dem 1. Mai 2003 im Irak "ausgeknipst" (U.S.-Begriff !) wurden, führen aber fast zur Staatskrise (aber kaum eine maßgebliche Fraktion fragt sich: "Was machen wir da eigentlich ?").

Wo sind die U.S.A. eigentlich führend ? Hinrichtungen? In der "westlichen" Welt führend - und nach Untersuchungen von U.S.-Juristen sind in den letzten Jahren mindestens ein Drittel der Delinquenten unschuldig umgebracht worden.
Raumfahrt? Die bösen, bösen und vor allem dummen, dummen Russen halten bis mindestens Herbst 2004, evtl. Januar 2005 (siehe NASA-Webpage) die internationale Raumstation ISS am Laufen. By the way: Der russische BURAN, der mit dem Ende der Sowjetunion auch (fast) alle Mittel verlor, war das erste und einzige Space Shuttle. das auch ohne Piloten (automatisch) fliegen konnte - was die Amis wohl heute brauchen könnten.
Ein Kollege hat es letztens mal flapsig formuliert:
- Autos können sie nicht bauen
- Stromversorgung ist Glückssache
- bei etwas Wind fliegen die Häuser weg

Auch wenn ich Lotus Notes (und auch die SmartSuite) für geniale Leistungen halte: Die U.S.A. haben aus meiner Sicht mit ganz, ganz bösen Tricks den Spagat geschafft, ein Entwicklungsland und trotzdem "Herr der Welt" zu sein. Unterm Strich das einzige Verdienst ...

Angesichts all der Amerikaner, die ich schätze: Ich würde mir sehr wünschen, daß die U.S.A. in die zivilisierte Welt zurückkehren würden. Wirklich !

Bernhard

Axel Janssen temp:

--- Zitat von: koehlerbv am 07.10.03 - 19:05:17 ---Was bringen die Amerikaner (als Staatsvolk, nicht als einzelne Individuen oder Firmen oder andere separate Organisationen) auf die Reihe ?

--- Ende Zitat ---
Lotus Notes  ???
 

--- Zitat von: koehlerbv am 07.10.03 - 19:05:17 ---Durch geschickte Politik (ob man die anerkennen muß, halte ich für fraglich), haben sie sich insbesondere in WK 1 und WK2 (die sie nun wirklich nicht angezettelt haben, aber halt eben ausgenutzt ...) und den Jahren danach in eine weltbeherrschende Rolle lavieren können. Spätestens nach WK2 ging nix mehr ohne die U.S.A., und das weltweit. Fehler anderer Nationen und Staatenbündnisse haben dazu massiv beigetragen.

--- Ende Zitat ---
Sind wir damit so schlecht gefahren?
Die USA akzeptierte z.B. lange Zeit (195x - Mitte 70er) für den eigenen Export sehr negative Wechselkursrelationen im Rahmen von Bretton Woods z.T. aus politischen Gründen zur Stabilisierung der westlichen Welt.


--- Zitat von: koehlerbv am 07.10.03 - 19:05:17 ---- Deutschland gerät in die Krise über 30 oder 40 Mrd. EUR Neuverschuldung - die U.S.A. machen 1 bis  2 Mrd. Dollar pro Tag (wo kriegen die das eigentlich her ?!!!)

--- Ende Zitat ---
Ich glaub du verwechselst hier die staatliche Neuverschuldung und hm. weiss ich jetzt auch nicht Leistungsbilanzdefizit. Nein, kann eigentlich nicht sein. Jedenfalls die Tatsache, dass der Amerikaner total gerne konsumiert (gut für unseren Export) und total viele Investitionen anzieht (Investoren machen das aber freiwillig und erwarten das Geld irgendwann zurück (mit Zins und Zinseszins.


--- Zitat von: koehlerbv am 07.10.03 - 19:05:17 ---- U.S.-Firmen verbrennen mehr Geld als Firmen in allen anderen Ländern zusammen - und das Geld wurde aus anderen Ländern investiert (wieder "Karnickel und Schlange")

--- Ende Zitat ---
Diese Investitionen erfolgen aufgrund souveräner Entscheidungen der Investoren gemäss ökonomischen Kalkül.


--- Zitat von: koehlerbv am 07.10.03 - 19:05:17 --- Die U.S.A. verbraten mehr Geld in ihre Armee als alle anderen Ländern der Welt zusammen. Seit WK2 haben sie aber keinen Krieg wirklich gewonnen (freundlich ausgedrückt). Da die U.S.A. sich diese machtmachenden Abenteuer niemals selbst bezahlen können - wer hat es dann wirklich bezahlt ?

--- Ende Zitat ---
Zum grossen Teil sie selber (ausser vielleicht im Golfkrieg1). Den deutschen Politikern erschienen diese Transferzahlungen lange oportuner als zurückkommende Särge.


--- Zitat von: koehlerbv am 07.10.03 - 19:05:17 --- - Die Masse der U.S.-Bürger hält ihr Land (in diesem Fall wohl eher immer auch die herrschende Administration) für "gods own country". Sowas endete bisher IMMER böse !

--- Ende Zitat ---
das stimmt.


--- Zitat von: koehlerbv am 07.10.03 - 19:05:17 ---- In Schwarzafrika werden mal fix 1,5 Millionen Leute abgemurkst - das interessiert U.S.-amerikanische Staatsvolk nicht die Bohne. Knapp zweihundert G.I.s, die seit dem 1. Mai 2003 im Irak "ausgeknipst" (U.S.-Begriff !) wurden, führen aber fast zur Staatskrise (aber kaum eine maßgebliche Fraktion fragt sich: "Was machen wir da eigentlich ?").

--- Ende Zitat ---
In Afrika bemühen sich sicher mehr US-Soldaten als Deutsche um einige der schlimmsten Auswüchse Herr zu werden.


--- Zitat von: koehlerbv am 07.10.03 - 19:05:17 ---Angesichts all der Amerikaner, die ich schätze: Ich würde mir sehr wünschen, daß die U.S.A. in die zivilisierte Welt zurückkehren würden. Wirklich !

--- Ende Zitat ---
immerhin ist es die älteste repräsentative Demokratie der Welt.

Gruß Axel

koehlerbv:

--- Zitat ---Zitat von: koehlerbv on Heute um  19:05:17    
Was bringen die Amerikaner (als Staatsvolk, nicht als einzelne Individuen oder Firmen oder andere separate Organisationen) auf die Reihe ?

Lotus Notes
--- Ende Zitat ---

Ohne jede Frage !  ;-)


--- Zitat ---Zitat von: koehlerbv on Heute um  19:05:17    
Durch geschickte Politik (ob man die anerkennen muß, halte ich für fraglich), haben sie sich insbesondere in WK 1 und WK2 (die sie nun wirklich nicht angezettelt haben, aber halt eben ausgenutzt ...) und den Jahren danach in eine weltbeherrschende Rolle lavieren können. Spätestens nach WK2 ging nix mehr ohne die U.S.A., und das weltweit. Fehler anderer Nationen und Staatenbündnisse haben dazu massiv beigetragen.

Sind wir damit so schlecht gefahren?
Die USA akzeptierte z.B. lange Zeit (195x - Mitte 70er) für den eigenen Export sehr negative Wechselkursrelationen im Rahmen von Bretton Woods z.T. aus politischen Gründen zur Stabilisierung der westlichen Welt.

--- Ende Zitat ---

Ende der 60er habe ich als kleiner Junge immer begeistert "Fury" geschaut, und war beeindruckt, daß der erwähnte Dollar über 4 DM wert war ... "Bretton Woods" war genau eine der von mir erwähnten Machtinstrumentarien.


--- Zitat ---Zitat von: koehlerbv on Heute um  19:05:17    
- Deutschland gerät in die Krise über 30 oder 40 Mrd. EUR Neuverschuldung - die U.S.A. machen 1 bis  2 Mrd. Dollar pro Tag (wo kriegen die das eigentlich her ?!!!)
 

Ich glaub du verwechselst hier die staatliche Neuverschuldung und hm. weiss ich jetzt auch nicht Leistungsbilanzdefizit. Nein, kann eigentlich nicht sein. Jedenfalls die Tatsache, dass der Amerikaner total gerne konsumiert (gut für unseren Export) und total viele Investitionen anzieht (Investoren machen das aber freiwillig und erwarten das Geld irgendwann zurück (mit Zins und Zinseszins.

--- Ende Zitat ---
Nein, nein - das ist die staatliche Neuverschuldung - wobei auch die Aussenhandelsbilanz - wenn es sie denn wäre - schlimm genug wäre. Und die Frage ist: Woher haben die die Kohle, um das zu kompensieren ?
Die U.S.A. haben nicht mal dreimal soviel Einwohner wie Deutschland, um nur ein Beispiel zu nennen. Die (Welt-)Wirtschaft ist definitiv im Eimer ...


--- Zitat ---Zitat von: koehlerbv on Heute um  19:05:17    
Die U.S.A. verbraten mehr Geld in ihre Armee als alle anderen Ländern der Welt zusammen. Seit WK2 haben sie aber keinen Krieg wirklich gewonnen (freundlich ausgedrückt). Da die U.S.A. sich diese machtmachenden Abenteuer niemals selbst bezahlen können - wer hat es dann wirklich bezahlt ?

Zum grossen Teil sie selber (ausser vielleicht im Golfkrieg1). Den deutschen Politikern erschienen diese Transferzahlungen lange oportuner als zurückkommende Särge.

--- Ende Zitat ---
Hmm ... Und was haben wir (Europäer) mit dem Golfkrieg 1 zu tun gehabt (und all den anderen U.S.-Kriegen) ? Saddam hat den Iran angegriffen - mit dem Segen der Amis und deren Waffenspenden. Dann hatte Saddam andere Intentionen und ging etliche Jahre später auf Kuweit los. Was geht das Europa an, wenn Amerikas Zögling ausbricht ? Die 17 Milliarden für Golfkrieg 1 (auf die Summe mag ich mich jetzt auf Heller und Pfennig aber nicht festlegen, suche aber gerne), die Deutschland geblecht hat, wurden doch nur notwenig, weil der SCHÜTZLING DER U.S.A. endgültig durchgeknallt ist. Wie sagte doch letztens mal jemand: Die U.S.A. verdienen immer zweimal: Erst rüsten sie einen Schweinehund oder Verbrecher auf - und dann verdienen sie wieder daran, ihn abzurüsten.


--- Zitat ---Zitat von: koehlerbv on Heute um  19:05:17    
- In Schwarzafrika werden mal fix 1,5 Millionen Leute abgemurkst - das interessiert U.S.-amerikanische Staatsvolk nicht die Bohne. Knapp zweihundert G.I.s, die seit dem 1. Mai 2003 im Irak "ausgeknipst" (U.S.-Begriff !) wurden, führen aber fast zur Staatskrise (aber kaum eine maßgebliche Fraktion fragt sich: "Was machen wir da eigentlich ?").
 

In Afrika bemühen sich sicher mehr US-Soldaten als Deutsche um einige der schlimmsten Auswüchse Herr zu werden.

--- Ende Zitat ---

Wo, wo wo ? Und vor allem: Warum ? Und ohne Frage: Europa verdient hier wirklich und absolut kein Ruhmesblatt ! Es versagt peinlich ...


--- Zitat ---Zitat von: koehlerbv on Heute um  19:05:17    
Angesichts all der Amerikaner, die ich schätze: Ich würde mir sehr wünschen, daß die U.S.A. in die zivilisierte Welt zurückkehren würden. Wirklich !
 

immerhin ist es die älteste repräsentative Demokratie der Welt
--- Ende Zitat ---

Das ist jetzt aber ein völliger Dummspruch. Nicht nur der letzte Präsident wurde nicht mal mit 25% der Stimmen der wahlberechtigten U.S.-Amerikaner gewählt. Die Wahlmaschinen haben versagt. Die Kalifornier denken ernsthaft darüber nach, einen "Gouvernator" ins Amt zu hieven. Die Mitgliederliste der Adminstration im Weissen Haus liest ließ sich wie das Who Is Who der grössten Abzocker mit extremen wirtschaftlichen Interessen.

Ich halte momentan die U.S.A. für die allergrösste Gefahr für einen wirklichen Fortschritt in der Welt (und völlig abseits von irgendwelchen Bewegungen wie attac, Greenpeace usw., die denken mir nämlich irgendwie auch immer zu kurz).

Bernhard (mit durchaus guten Freunden in den Staaten, die - wenn auch nicht alle - grosse Sorgen haben)

Rob Green:
na ja, wollte eigentlich / @Axel / keine Anti USA Diskussion mit anstoßen. Wenn ich oben von jammernden Ami Developern sprach, dann meinte ich das so. Hätte aber ebenso gut jammernde chinesische Developer stehen können, wenn es China mit Outsourcing getroffen hätte. Ist aber nicht, sondern USA. Und wenn ich persönlich eines nicht leiden kann, so ist das Jammern.

Der "Rest" zur USA Diskussion: halte die amerikanische Zivilisation für eine sehr aggressive mit extremen Sendungsbewußtsein und knallharten wirtschaftlichen Interessensegoismus. Ein schlechtes Gewissen haben die Amis null. Im Vergleich dazu sind die Deutschen ein ganzes Stück weiter mittlerweile. Kompliment hoch zehn!!!

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