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macht mich schlau...
pd:
Was genau ist Websphere?
Gruß, Patrick
Germican:
--- Zitat von: pd am 29.07.03 - 11:15:44 ---Was genau ist Websphere?
Gruß, Patrick
--- Ende Zitat ---
umfang von web....also nicht in größe sondern mehr das umfeld....
Axel_Janssen:
Ein J2EE Server. J2EE heisst Java2 Enterprise Edition und es sind vereinfacht besprochen eine Reihe von Apis und Spezifikationen, die v.a. für den Enterprise Einsatz von Java wichtig sind.
Die Spezifikationen für J2EE wird vom Java Community Process festgelegt. Hieran nehmen Teil (u.a.) IBM, BEA, Oracle, SAP, Sun.
Derzeit ist J2EE1.2 aktuell. Ende des Jahres gibt es J2EE 2.0.
Websphere selbst ist der J2EE Server. Arbeitet mit allen gängigen RDBMS, verschiedenen Webservern, verschiedenen LDAP Directories, verschiedenen Mail-Programmen etc. zusammen. Kein monolytisches Gebilde wie Notes.
Websphere steht im Markt nicht schlecht da. Wichtigste Konkurrenten sind BEA Weblogic, Oracle OAS und die openSource Alternative JBoss. Daneben auch noch Dinge wie Tomcat, die aber nicht alle Apis unterstützen. Druck kommt jetzt von Microsoft.NET, was in vielen Aspekten ähnlich ist wie J2EE, aber eben nicht in allen.
Die einzelnen Anbieter auf dem Markt für J2EE Server versuchen sich abzugrenzen durch QoS Merkmale wie Performance, Robustheit; Einfachheit der Administration; Analyse AdOns: Line of Business check; zeitsparende Entwicklungstools.
Als Clients werden unterstützt: Java Fat Clients (mit Swing oder SWT), Webanwendungen (über Servlets, JSP).
J2EE Server bieten Services für Security, Persistenz, Transaktionen, Clustering, Integration von 3.Anwendungen uvam. Die kann man nutzen und das Programmieren ist nicht mehr so kompliziert. Es wird auf Skalierbarkeit Wert gelegt (Performance bei vielen Daten). Ebay läuft auf Websphere.
Mit den J2EE Design-Patterns existieren best practices für die Programmierung. Absolut dominierendes Programmierkonzept sind Layer (Presentation Layer, Business Layer, Persistence Layer). Im Layer sind Objekte und die reden miteinander. Die Objekte basieren auf Klassen, die vom Entwickler geschrieben werden (oder irgendwie automatisch generiert).
IBM bietet verschiedene spezifisch Websphere basierte Produkte an (e-Commerce, Portal).
Lotus erzählt, es würde in Module aufgespalten und in Websphere integriert (ich weiss nicht, was das genau heißen soll).
pd:
Jetzt bin ich schlauer, vielen Dank.
Verstehe ich es richtig, dass viele Produkte J2EE Anforderungen verarbeiten können, so wie viele Autos Benzin fahren können?
Ist Notes (oder was draus wird) dann dem Produkt Websphere vorbehalten, oder ist das tolle hier, dass auch andere Hersteller mit ihrem Produkt die Notes-Module nutzen können?
Gruß und Danke
Patrick
Axel_Janssen:
--- Zitat von: pd am 29.07.03 - 15:43:13 ---Jetzt bin ich schlauer, vielen Dank.
--- Ende Zitat ---
bitteschön.
--- Zitat von: pd am 29.07.03 - 15:43:13 ---Verstehe ich es richtig, dass viele Produkte J2EE Anforderungen verarbeiten können, so wie viele Autos Benzin fahren können?
--- Ende Zitat ---
So einfach ist das leider (oder zum Glück) nicht. Es gibt einige Aspekte des sogenannten vendor lock ins. Das können Zusatzfunktionen sein, die es in Websphere gibt aber z.B. in Weblogic nicht. Oft hat das auch ganz pragmatische Entwicklungsgesichtspunkte. Z.B. kann es sinnvoll sein, Logik in stored procedures einer RDBMS zu packen und die sind dann für z.B. Oracle/DB2 unterschiedlich. Außerdem existiert faktisch ein enges coupling zwischen IDE und Server (z.B. WSAD und Websphere). Und das dürfte stärker werden in Zukunft. Die IDEs bieten dann Vereinfachungen für den Programmierer an. Wenn man dann ein Bea-Projekt nimmt und mit dem WSAD öffnet, kann der diese Vereinfachungen nicht mehr lesen (sehr vereinfacht dargestellt).
Sich rein an den J2EE Standard zu halten, ist wohl nicht pragmatisch.
Trotzdem dürfte es nur 5% der Zeit beanspruchen ein Projekt von Bea Weblogic auf IBM Websphere zu portieren als von Lotus Domino auf Websphere (solange IBM Lotus Domino noch nicht in Websphere integriert hat.
Ausserdem ist Software-Entwicklung nichts entgültiges. Z.B. greift das JDO-Camp das Entity Java Beans Camp an (beides besitzen teilweise sich überschneidende Funktionalität). Aspekt-Orientierte Programmierung kann bald so einiges wieder umschmeissen. Auch hinsichtlich von Web-Frameworks existieren konkurrierende Schulen. Das dient aber letztlich nur dem Fortschritt (Sprich: Ob ich deshalb an Nervenzusammenbruch sterbe ist erstmal egal).
--- Zitat von: pd am 29.07.03 - 15:43:13 ---Ist Notes (oder was draus wird) dann dem Produkt Websphere vorbehalten, oder ist das tolle hier, dass auch andere Hersteller mit ihrem Produkt die Notes-Module nutzen können?
--- Ende Zitat ---
Kommt drauf an, ob aus den einzelnen Notes-Funktionalitäten ein JSR-Standard wird. Glaub ich ehrlichgesagt nicht. J2EE und LotusNotes sind sehr unterschiedliche Tiere und ich weiß ehrlichgesagt nicht, wie IBM das zusammenbringen will. Irgendwelchen Objekt-Gurus die konzise Eleganz von Lotus-Formelsprache näherzubringen, dürfte wohl nur möglich sein, wenn man ihnen vorher LSD in den Kaffee tut.
Ich kann jedem nur empfehlen, sich mit dieser "neuen Welt" auseinanderzusetzen. Es ist zwar oft höllisch abstrakt, am Ende bekommt man aber übersichtlicheren und v.a. weniger (selbstgeschriebenen) code für ein gegebenes Maß an Funktionalität.
Va. aber J2EE ist irgendwie echt komplex. Ich hab da mal Schulungen zu gehalten. Model View Controller ging noch (sogar gut). Als ich aber angefangen habe EJB zu erklären, hätte ich besser vorher Aspirin oder Schlafmittel verabreicht. Ich werde die Tage im "Java für Anfänger" ein Beispiel anbieten, das nur Open Source benutzt und in allem 1 Abstraktionsebene unterhalb von EJB/Websphere liegt.
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